Coach und Trainer, 33 Jahre

„Coaching mal anders“, dachte ich mir, als Colette mir von ihrem Coaching – Ansatz erzählte.
„Mit der NeuroGraphik entstehen nicht nur Linien auf dem Papier, sondern auch neue Verbindungen im Gehirn.“
Aha. Klingt spannend. Aber ich war skeptisch. Also musste ich es ausprobieren!
Da ich kein spezielles inneres Thema hatte, woran ich gerade „arbeiten“ musste, war es ein offenes Malen, in dem man einfach drauf los malt und schaut, welche Themen hochkommen. Da saß ich nun mit Filzstiften, Buntstiften und einem weißen Papier, wie im Zeichenunterricht der Grundschule. Es fühlte sich auch so ähnlich an wie damals:…die Spannung…die Vorfreude…kindliche Freude.

Colette leitete mich an und auf meinem Bildschirm sah ich, wovon sie sprach und wie das bei ihr aussah. Ich konzentrierte mich nun auf mein eigenes noch sehr weißes Papier und begann zu malen, während wir uns unterhielten. Es war einfach … die Linien und Kreise kamen, ohne zu überlegen. Auf einmal sagte sie:“ Malen Sie ruhig über die Linien und suchen Sie sich die Farben aus, wie es Ihnen passt.“ Über die Linien malen?! Wirklich?
Ich muss ehrlich gestehen, dass mein sonst zum Perfektionismus neigender Verstand nach kurzer Verwirrung allen ästhetischen Anspruch tatsächlich loslassen konnte. „Also gut!“ Hier ein grün, da ein orange und während ich so malte und ich Colette von verschiedenen Dingen aus meinem Leben berichtete, merkte ich auf einmal, wie sich mein Malen veränderte, als ich über Dinge sprach, die mich wütend machten.
Colette sprach mich darauf an: “So wie sich das anhört, üben Sie ziemlichen Druck auf das arme Papier aus.“ Dann fiel es mir auf. Meine Frustration hat sich direkt auf das Blatt Papier transferiert…man konnte es klar sehen. Das Unterbewusste wurde mir auf einmal nicht nur bewusst, sondern es wurde sichtbar!
Und nachdem ich meine Wut an dem armen Papier ausgelassen hatte, ging es mir irgendwie besser… mein Malen beruhigte sich wieder. So nahmen wir uns eine Stunde Zeit und am Ende schaute ich auf mein Bild, hielt es eine Armlänge weit von mir und da war sie, die Ästhetik! Nicht nur farblich oder graphisch, sondern in diesem Bild steckten meine Emotionen. Auch, wenn es für andere abstrakt ist, erkenne ich mich und meine Gedanken darin. Für mich war das nicht nur ein entspannendes Erlebnis, bei dem ich perfektionistische Ansprüche und Frust loslassen konnte, sondern ein Erlebnis, das mich überzeugt hat, dass das Malen viel tiefer in das Unterbewusste vordringen kann, als vorher angenommen. Ich freue mich schon, auf die nächste Stunde mit Colette – diesmal mit einem Thema, an dem ich arbeiten möchte!