Hast du dir jemals gesagt: „Ich bin einfach nicht kreativ“?

Du bist nicht allein damit. Die meisten Menschen glauben, Kreativität sei ein seltenes Talent, ein Geschenk, das Künstlern, Musikerinnen oder Designern in die Wiege gelegt wird. Entweder man hat es, oder man hat es eben nicht.

Aber was, wenn das einer der größten Irrtümer ist, den wir über uns selbst glauben?
In diesem ersten Beitrag meiner 12-teiligen Serie „Farben, Formen & du“ möchte ich mit diesem Mythos aufräumen und dir zeigen, was Kreativität wirklich bedeutet, woher dieses Missverständnis kommt und warum sie tief in dir steckt, ganz gleich, ob du jemals einen Pinsel in der Hand hattest oder nicht.

Was Kreativität wirklich ist, jenseits von Kunst und Talent

Wenn wir das Wort „Kreativität“ hören, denken die meisten sofort an Malerei, Musik oder Design. Das ist verständlich, aber zu kurz gedacht.
Kreativität ist im Grunde genommen eine Denkfähigkeit. Es ist die Fähigkeit, neue Verbindungen herzustellen, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und bekannte Muster zu verlassen. Kreativ zu sein bedeutet: Du siehst ein Problem und findest einen Weg, den du noch nicht gegangen bist.

Im Coaching arbeite ich täglich mit dieser tieferen Definition von Kreativität. Sie ist das Kernwerkzeug, mit dem Menschen

Kreativität ist keine Frage des Talents, sie ist eine Frage der Bereitschaft, das Gewohnte loszulassen.

Die 3 größten Mythen über Kreativität

Mythos 1: „Kreativität ist angeboren – man hat sie oder nicht“

Das Bild des genialen Künstlers, dem die Ideen zufliegen, ist ein Konstrukt. Neurobiologisch gesehen ist Kreativität ein Prozess im Gehirn und Prozesse lassen sich trainieren. Genau wie Muskeln.
Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig kreative Praktiken ausüben, entwickeln tatsächlich neue neuronale Verbindungen.

Mythos 2: „Kreativität ist nur etwas für Künstler“

Eine Erzieherin, die für ein aufgebrachtes Kind spontan eine Geschichte erfindet. Ein Handwerker, der ein technisches Problem auf unorthodoxe Weise löst. Eine Mutter, die ihrem Kind einen schwierigen Lebensmoment erklärt und die richtigen Worte findet.
Das ist alles kreatives Denken in Aktion. Keine Leinwand in Sicht.

Mythos 3: „Ich muss erstmal Inspiration bekommen, bevor ich anfangen kann“

Viele warten auf den richtigen Moment, die perfekte Idee, den Funken. Dabei funktioniert Kreativität meist umgekehrt. Die Handlung kommt zuerst, die Inspiration folgt.
Anfangen, auch ohne Plan, auch unbeholfen, auch „falsch“,  das ist der kreative Akt.

 

Warum Kreativität im Coaching so wichtig ist

Vielleicht fragst du dich, was Kreativität mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat. Das ist ganz einfach Jedes Wachstum beginnt damit, dass wir etwas anders machen als bisher.
Wenn du in alten Mustern feststeckst, in einer Beziehung, einem Job, einem Glaubenssatz über dich selbst, dann ist Kreativität der Schlüssel, der neue Türen öffnet. Du lernst, anders zu denken, anders zu fühlen, anders zu sehen.
Farben und Formen spielen dabei eine besondere Rolle und genau das werden wir in dieser Serie gemeinsam erkunden. Sie sind Zugänge zu Teilen von dir, die Worte allein oft nicht erreichen.

Was dich in den nächsten 12 Wochen erwartet

Diese Serie ist für dich, wenn du:

Keine Vorkenntnisse nötig. Kein Talent erforderlich.

Dein erster kleiner Schritt
Bevor du mit Woche 2 weitermachst, lade ich dich zu einer Mini-Übung ein:

Nimm ein Blatt Papier und zeichne drei Minuten lang ohne Plan, ohne Ziel. Kreise, Striche, Punkte, was auch immer kommt. Dann schau dir das Ergebnis an und frag dich: „Welche Form hat mich überrascht“?

Das ist Kreativität. Genau jetzt. Genau so.
In Woche 2 geht es weiter mit:

Dein kreativer Typ, welche Farben sprechen dich an? Ich zeige dir, wie deine Farbvorlieben ein Spiegel deiner Persönlichkeit sind und was sie dir über dich erzählen können.